An(ge)dacht

An(ge)dacht für Februar und März

„Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“

Liebe Gemeinden im Kirchspiel,

so lautet das Motto der evangelischen Fastenaktion "7 Wochen ohne" für 2018. Zuerst habe ich mich gewundert. Ich weiß, dass viele Christen in der Fastenzeit vor Karfreitag auf Fleisch, Alkohol, Zigaretten, Schokolade oder den Fernseher verzichten. Aber auf Kneifen verzichten? Erst auf den zweiten Blick wird mir  verständlich, warum in diesem Jahr dieses Motto gewählt worden sein könnte. Es ist der Blick auf Jesus. Er hat nicht gekniffen, nicht im Kleinen und nicht im Großen. Ich denke an die vielen Menschen, denen er durch Wort und Tat geholfen hat und ich denke an den Gang ans Kreuz - in aller Öffentlichkeit. Jesus hat sich gezeigt, wo seine Präsenz notwendig war. Und wir? Ich muss zugeben - manchmal kneife ich gerne. Zum Beispiel wenn noch eine Aufgabe mehr erledigt werden soll. Ich habe doch schon genug zu tun. Da bin ich froh, wenn andere sich bereit erklären. Genauso froh bin ich, dass ich mich noch nie um Schwerverletzte kümmern musste. Werde ich dann alles richtig machen? Da würde ich gerne kneifen und alles den Profis überlassen, trotz Erste – Hilfe - Kurs. Schmerzen haben, Leiden oder Trauern müssen, das möchte ich nicht. Ich gebe zu, dass ich auch gerne kneife,  wenn es darum geht das Angedacht im Gemeindebrief zu schreiben. Andere können das doch viel besser als ich! Sicher könnte ich meine Liste noch fortsetzen, Dinge denen ich gerne aus dem Weg gehe. Und Sie? Um so wichtiger ist das "Zeig dich!". Manchmal hilft mir diese Aufforderung um mich zu engagieren über das Normale hinaus. Jesus sagt nach seiner Auferstehung: "Ihr Jünger zeigt euch! Erzählt von eurem Glauben! Lebt so, wie ich es euch vorgelebt habe!" Ich hoffe, dass jeder Leser eine kleine Aufgabe in unserer  Kirchgemeinde entdecken kann, wo er sich zeigt. Und ich bin dankbar, dass es sehr viele Gemeindeglieder schon tun! Zwei Beispiele liegen für mich vor Augen:  Ich freue mich, dass sich jedes Jahr viele Kinder und Jugendliche in diesem Sinne zeigen. Jedes Jahr zu Weihnachten zeigen sich über 60 Kinder und Jugendliche und führen am Heiligen Abend die Krippenspiele in unseren Kirchen auf. Jedes Jahr im Januar zeigen sich ungefähr 45 Großenhainer Christenlehrekinder und ziehen als Sternsinger durch die Stadt. Sie bezeugen ihren Glauben. Was haben wir da für einen riesigen Schatz! Darüber bin ich sehr dankbar!

Ihr Michael Bergk
(Gemeindepädagoge)