Ev.- Luth. Kirchspiel Großenhainer Land

 

Helau, Helau – im März beginnt sie bald wieder, die Fastenzeit, die mit dem Faschingsfest eingeläutet wird.

In unserer Region ist Karneval bis auf einige Ausnahmen eher weniger verbreitet, doch Kinder lieben es in aller Regel: Das Verkleiden, das Hineinschlüpfen in andere Rollen und Typen. Einmal ein Pirat sein oder eine Prinzessin, ein Marienkäfer oder Dino. Doch auch wenn Ältere sich oftmals zieren sich zu Fasching mit schicken Hüten, Perücken und bunten Gewändern zu verscheuseln – Verkleidungskünstler sind wir Menschen allemal und drauf und dran, die Wahrheit gern „anders anzuziehen“ oder ein bisschen „zu frisieren“. Da bemühen wir uns in der Erziehung den Kindern nahe zu bringen, dass man nicht schummeln und schon gleich nicht schwindeln darf. Doch antworten Sie stets frei und ehrlich auf die Frage „Wie geht’s?“ Und haben Sie noch nie jemanden einen „schönen Tag“ gewünscht, dem Sie insgeheim am liebsten „auf den Mond schnipsen“ wöllten? Oder wie sieht es aus, wenn jemand vom Friseur oder vom Einkauf heimkommt und wissen will: „Wie sehe ich aus?“ Oder die Mail, die vergessen wurde zu beantworten, stimmt, die war doch sicher auch im Spamordner gelandet…

Fasching mit der Wahrheit – und die Beispiele sollen es zeigen: Jeder schickt die Wahrheit hier und da in die Maske. Sicher, zumeist tun wir das gar nicht aus bösem Willen heraus, sondern mehr um beispielsweise einen anderen nicht zu verletzten, also aus sozialen Gründen. Vermutlich wäre das Miteinander auch kaum erträglich, wenn jeder immer und überall die Wahrheit seiner Gedanken ausposaunen würde. Der Journalist Jürgen Schmieder z.B. hat es wissen wollen. 40 Tage lang wollte er weder seine Frau noch seine Kollegen belügen. Und am Ende wurde er von seinem besten Freund verprügelt, durfte zu Hause auf der Couch schlafen und überwies 1.700 € dem Finanzamt!

Das Spiel mit der Wahrheit… Und da bewegen wir uns immerhin noch im Bereich der Schummelei, den man leichter nachvollziehen kann. Es gibt ja auch bösartigere Lügen, um einen Vorteil zu erlangen, um seine nicht rühmliche Rolle an einer Sache zu vertuschen. Auch das, was wir über andere sagen und weitererzählen ist eigentlich auch nicht immer wahr. Überhaupt schon das Wort „eigentlich“ ist schon eine halbe Lüge.

„Mal ehrlich – 7 Wochen ohne Lügen“ – mit dieser Fastenaktion greift die evangelische Kirche ein Lebensthema auf, das uns tagtäglich begegnet und jeden betrifft. Sie will damit nicht zwischenmenschliche Verwirrung schaffen, die so endet wie bei dem Journalisten. Aber sie lädt ein, die Fastenzeit zu nutzen um sich Gedanken über den eigenen Umgang mit der Wahrheit zu machen. Wir sind auch eingeladen zu überlegen, was „die Wahrheit“ überhaupt ist und wie wir wahrhaftig leben können. Auch so manche Notlüge darf da getrost in den Spiegel der Wahrheit schauen und soll sich prüfen lassen: Schütze ich mich dabei selber oder mein Gegenüber - oder mehr mein Ego bzw. meinen Stolz? Spannend dürfte es allemal sein, sich ehrlich mit seinen eigenen Faschingskisten kritisch auseinander zu setzen. Und wer weiß… vielleicht kann dann auch nach den 40 Tagen Fastenzeit das Münchhausenkostüm oder die PinocchioNase einmal mehr in der Faschingskiste bleiben.

Pfarrer Konrad Adolph



Gemeindebrief Februar/ März

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