Aktuelles

Schon gewusst...?

Schon gewusst...?

In der Fastenzeit gilt es ja eigentlich auf etwas zu verzichten. Aber haben Sie schon gewusst, dass ursprünglich zur Fastenzeit auch ein paar Dinge auf den Tisch kommen, die einerseits den meisten gut munden, andererseits eine religiöse Symbolik besitzen?

Da wäre zum ersten der Pfannkuchen, bzw. der Krapfen! Traditionell wurde er seit dem 17. Jahrhundert nur wenige Tage bis zum Beginn der Fastenzeit am 11.11. bzw. am Faschingsdienstag gereicht, denn damals galt es sich in Vorbereitung auf die Fastenzeit besonders energiereich zu ernähren. So hieß der Faschingssamstag einstmals „Schmalzsamstag“, da man an diesem Tag die Pfannkuchen buk. Die kugelige Form ist dabei nicht zufällig. Symbolisiert werden sollte der Schwamm, mit dem das Blut Christi aufgewischt wurde, weshalb auch Marmelade eingefüllt wird. Die weniger schmackhafte Senfvariante erinnert an den Schwamm, der Christus am Kreuz mit Essig gereicht wurde. Als zweites: Die Brezel! Brezel leitet sich von „Bracellus“ ab und heißt soviel wie „Arm“ oder „Ärmchen“. Auf die Idee soll ein Mönch in Frankreich im Jahre 610 n.Chr. gekommen sein. Er wollte an die zum Gebet verschränkten Arme erinnern. Die Mönche hatten damals eine andere Gebetshaltung als wir heute. Sie kreuzten ihre Arme über der Brust und legten die Hände auf die Schulter.

Und zuletzt mit einem Augenzwinkern: Die Maultasche! Gegen Ende der Fastenzeit fand ein Bruder des Klosters Maulbronn auf dem Heimweg ein Stück Fleisch in einem Sack, den ein Dieb vor seinen Füßen fallen ließ. Tagelang grübelte er, was er machen sollte. Gründonnerstag hatte er dann die Idee: Er versteckte das Ganze in kleinen Taschen aus Nudelteig, vermischt mit Gemüse. So konnte er das Fleisch vor den Augen Gottes und seiner Mitbrüder verstecken. Im Volksmund wird deshalb die Maulbronner Tasche auch „Herrgottsbescheißlerle“ genannt.

Pfr. Konrad Adolph, Pfrn. Sarah Zehme

Zurück