St. Urban-Kirche in Wantewitz

St. Urban-Kirche WantewitzDie Sankt-Urban-Kirche in Wantewitz wurde 1864 eingeweiht. Dieser Bau mit ca 700 Sitzplätzen war erforderlich geworden, da die Geburtenentwicklung im 19. Jahrhundert anders als heute verlief. Trotz Abwanderung vieler Gemeindeglieder in den Westen, insbesondere nach Amerika, war die Zahl der Gemeindeglieder damals auf 1700 gewachsen, zum größeren Teil unter 25 Jahre alt.

Im Jahr 1865, im ersten Jahr der neuen Kirche, wurden in Wantewitz 55 Kinder evangelisch getauft mit steigender Tendenz in den nächsten Jahren. Zur Wantewitzer Kirchgemeinde gehörten damals die Dörfer: Wantewitz, Piskowitz, Gävernitz, Böhla, Baßlitz, Kmehlen, Laubach, Baselitz, Priestewitz und Zschieschen. Später ist Böhla Bhf. mit dem Bau der Berliner Eisenbahn dazugekommen und Zschieschen nach Großenhain umgepfarrt worden. Der atemberaubenden Geburtenentwicklung im 19. Jahrhundert ist leider die alte Wantewitzer Kirche zum Opfer gefallen. Sie war der nach der Überlieferung älteste gottesdienstliche Ort in der Großenhainer Ephorie und stammte in ihren Grundmauern aus der Zeit der Romanik.

Im 19. Jahrhundert war sie viel zu klein geworden. Der Bau der Kirche kostete damals 27.000 Thaler. 1.000 Thaler wurden der Kirchgemeinde durch das sächsische Kultusministerium geschenkt. 700 Thaler konnten dem Vermögen der Kirchgemeinde entnommen werden. 25.300 Thaler wurden damals nicht etwa durch eine Bank finanziert, sondern von den Mitgliedern der Gemeinde, zum größten Teil Bauern, gegen Ausstellung von Schuldscheinen bar in die Baukasse eingezahlt.

Nach 30 Jahren waren alle Schuldscheine eingelöst und die bis dahin weißgetünchte Kirche wurde kunstvoll ausgemalt. 1945 lag die Wantewitzer Höhe unter russischem Artilleriebeschuss. Die Nordseite der Kirche erhielt mehrere Treffer, die zu Schäden an Dach und Fenstern führten. Unter großen Mühen konnten nicht nur die Schäden beseitigt, sondern die ganze Kirche zum 100. Jubiläum neu vorgerichtet werden. Zuletzt wurde der Turm 1996/97 grundlegend saniert.

Der Namenspatron St. Urban ist der Schutzheilige der Weinbauern. Sein Namenstag wird zwei Wochen nach den Eisheiligen gefeiert. Wie weit sich der Weinbau im Mittelalter von Meißen aus auf die Südhänge im Bereich der Kirchgemeinde erstreckte wissen wir nicht, aber wahrscheinlich ist die Wantewitzer Kirche damals von einem Meißner Domherren dem Urban geweiht worden, um den Weinanbau zu fördern. 

Öffnungszeiten

Ostern bis Oktober: Mi./Sa./So. 10.00 bis 18.00 Uhr

internetso Großenhain
Kirche
Jahreslosung 2017:
Gott spricht:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Ez 36,26 (E)
Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens