Die Marienkirche

Die Marienkirche gehört "zu den originellsten Raumschöpfungen der sächsischen Kirchenkunst des späten Barock" (Prof. H. Magirius). Sie wurde in den Jahren 1746 bis 1748 von Ratszimmermeister Johann Georg Schmidt nach einem Stadtbrand auf den Umfassungsmauer einer spätgotischen Hallenkirche errichtet.

Mit dem Grundriß in T-Form wurde der Kirchenbau auf sparsamste Art der Hauptforderung des lutherischen Gottesdienstes der damaligen Zeit, Sichtkontakt zum Altar und der Kanzel zu schaffen, gerecht. Altar, Kanzel und Orgel sind an der nördlichen Längswand übereinander angeordnet. Daneben führen Sakristei und Betstuben dreigeschossig bis zur Brüstung der Orgelempore hinauf. Zwischen Bögen und Pfeilern zieht sich das Betstubengeschoß wie ein Band durch den Raum.

Der 19 Meter hohe Innenraum der Kirche wird durch ein in Holz ausgeführtes und geputztes Muldengewölbe abgeschlossen.

Chronologie

8.-9.Juni 1744

Ein verheerendes Feuer zerstört die Vorgängerin der Marienkirche.

November 1745

Der Dresdner Ratszimmermeister Johann Georg Schmidt (1707-1774), Vetter und Schüler des Schöpfers der dortigen Frauenkirche George Bähr, erhält den Bauauftrag zur Wiederherstellung der Hauptkirche. Zusammenarbeit mit Ratsmaurermeister Johann Gottfried Fehre (1685-1753)

Schmidt gibt der Kirche eine neue Gestalt: Der Grundriß in T-Form entsteht unter Wiederverwendung der erhaltenen mittelalterlichen Umfassungsmauern sowie der Westwand der großen Leichenhalle. Verlegung des Turmes in den ehemaligen Chor Altar, Kanzel und Orgel werden an nördlicher Längswand übereinander angeordnet.

3. Advent 1748

Einweihung der Kirche; Wegen Geld- und Zeitmangel erhält die Kirche eine Interiemsausstattung. Gaben für die Kirche:u.a.liturgische Gefäße und Gewänder ( von Kurfürst Friedrich August II. gestiftet)

1755 - 1756

Lommatscher Bildhauer Friedrich Wilhelm Mieth schafft den reich geschmückten Kanzelaltar aus Sandstein, Holz und Gips, der auf Entwürfen Schmidts basiert; als Orgel dient zunächst eine Leihgabe der Dresdner Hofkirche

1777 - 1778

Johann Gottlieb Maurer aus Leipzig baut eine neue Orgel

1801 - 1802

Neubau des Turmes (Turmkuppel ) nach einem Großenhainer Entwurf des Ratsmaurermeisters Johann Georg Müller und Amtszimmermeisters Johann Gottfried Müller; Einweihung des Turmes 3.Advent 1802

September 1855

Die Kirche erhält neues Vierergeläut, gegossen in der Werkstadt des Dresdner Stückgießers Johann Gotthelf Große

1855

fensterErste Erneuerungs- und Restaurierungsarbeiten innen und außen schlichter weißer Innenraum erhält farbliche Akzente: seit 1855 bezeichnet eine Rosette, grau in grau gemalt, die Decke in der Mitte des Raumes; Architektururteile werden in hellgrauen Tönen abgesetzt; Abdeckungen der Emporbrüstungen erhalten rote Polsterung

Im Laufe der Jahrzehnte mehrt sich der Kirchenschmuck:

- Familie Zschille stiftet 1883 das bunte Glasfenster - Bilder von Luther und Melanchton - zwei hohe Kandelaber und kostbare silberne Leuchter

1901

Zweite Erneuerung des Kirchenbaus durch die Firma Gravenhorst

Die Säulen des Altaraufbaus werden marmoriert, Vergoldungen an verschiedenen Architektururteilen werden angebracht, farbigere Gestaltung des Innenraumes

Die Marienkirche erhält eine neue Orgel (durch die Firma Jehmlich Dresden erbaut).

1972-1990

Dritte Erneuerung der Marienkirche (u.a. Dachdeckungsarbeiten, Wiederherstellung des Turmes, Restaurierung der Kirchenfenster)

2001

umfangreiche Restaurierung der Jehmlich-Orgel 18. August 2001: Wiedereinweihung der Orgel

2002

Die Türen der Marienkirche erhalten neuen Glanz.

2005

aussenAbschluss der Sanierungsarbeiten (Außenfassade, Turmuhr, Lutherfenster) - Die Marienkirche erhält eine helle Fassade. - Freilegung der Bögen im Eingangsbereich Naundorfer Straße

Glockenjubiläum "150 Jahre Geläut der Marienkirche"

2012

Einbau einer neuen Heizung

internetso Großenhain
Kirche
Jahreslosung 2016:
Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Jes 66,13
Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens