Geistliches Wort für August/September

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,

0751 10 gemeindebriefes ist Sommer, noch sind Schulferien und viele Familien sind unterwegs im Urlaub. Manche fliegen weit weg, andere fahren mit Auto oder Bahn zu ihren Urlaubzielen. Es gibt auch Menschen, die mit Rucksack und Zelt durchs Land oder durchs Gebirge wandern.

Zu letzteren zählte ich mich viele Jahre lang. Es war schön, mit Freunden ganz unabhängig von Reisebüros und Hotels zu laufen und dort, wo es uns gefiel, das Zelt aufzuschlagen. Das Zelt bot Schutz, war während der Urlaubszeit Heimat. Es war zwar nur aus Stoff, aber wenn wir im Zelt lagen und draußen strömte der Regen nieder, fühlten wir uns sicher und geborgen, jedenfalls meistens.

Ein Dach zu haben, und wenn es nur ein Zeltdach ist, ist beruhigend. Wie wichtig das ist, haben seit Pfingstmontag viele von uns gespürt, die wie ich plötzlich ohne Dach überm Kopf dastanden. Man fühlt sich schutzlos, preisgegeben, und wünscht sich nichts sehnlicher, als bald wieder behütet zu sein, ohne Angst schlafen zu
können, richtig zu Hause zu sein.

Auf unseren Wanderungen gab es einen Ort, in dem wir uns immer zu Hause fühlten, ganz gleich, in welchem Land wir gerade waren, das waren die Kirchen. Dort wussten wir uns geschützt. Wir konnten auch mit Hilfe rechnen, wenn unvorhergesehene Probleme auf unserem Weg auftraten. Es waren überall Menschen da, die den gleichen Herrn hatten und die uns beistanden. So war es auch schon im alten Israel. Da betete ein Mensch im 27. Psalm: „Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: Dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die Freundlichkeitdes Herrn und seinen Tempel zu betrachten. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen
Felsen.“

Dieses Vertrauen dürfen wir heute auch haben. Gott geht mit uns in guten und in schweren Tagen. Er bietet seinen Schutz
allen Menschen an. Er macht Menschen bereit, einander beizustehen. Auch diese Erfahrung haben viele Großenhainer jetzt gemacht.

Als ich vor 21 Jahren aus dem Erzgebirge in den Kirchenbezirk Großenhain kam, ging es mir wie dem wandernden Gottesvolk. Ich musste in den ersten 10 Jahren fünfmal umziehen, bis ich richtig Heimat hier fand. Ich habe alle Gemeinden im Kirchenbezirk kennen gelernt, in vielen als Vertretung Christenlehre gehalten, bin mit vielen Menschen im Gespräch gewesen. Mit den Gemeindepädagogen des Kirchenbezirkes war es mir wichtig, den Kindern nahe zu bringen, bei Gott seid ihr geborgen wie in einem Zelt, in seiner Gemeinde findet ihr immer Heimat.
Wenn ich nun ab September erst in Urlaub und dann in die Ruhephase meiner Altersteilzeit gehe, bin ich gewiss, dass ich auch im Alter unter Gottes Zelt, in seiner Gemeinde zu Hause bin.

Ich wünsche Ihnen allen die Gewissheit: Gott geht mit mir mit – ins neue Schuljahr, zur Arbeit, in der Familie, im Alltag. Er birgt mich im Schutz seines Zeltes.
Gott segne Sie.

Ihre Bezirkskatechetin
Karin Kwoczalla

internetso Großenhain
Kirche
Jahreslosung:
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Johannes 14,1)
Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens